Chorwettbewerb zum Deutschen Chorfest Stuttgart 2016 | Ausschreibung

Nach Bremen 2008 und Frankfurt 2012 schreibt der Deutsche Chorverband e. V. auch zum Deutschen Chorfest 2016 in Stuttgart wieder einen Chorwettbewerb aus. Der Wettbewerb findet erstmals in Kooperation mit dem Allgemeinen Cäcilien-Verband für Deutschland statt. Teilnehmen können Ensembles aller Gattungen und Größen – vom Kinderchor bis zum A-cappella-Trio.

Die Einordnung erfolgt nach Genre, wobei jeder Chor in einer oder zwei von sieben Kategorien – von Alter Musik/Klassik bis Show/Musical – antreten kann. Kinder- und Jugendchöre sowie Vokalensembles und Vocal Bands werden nicht nach Genre, sondern nach Ensemblegattung eingeteilt und können ihr Programm frei zusammenstellen. Der Wettbewerb wird in zwei Schwierigkeitsgraden ausgetragen, so dass sich jedes Ensemble in seiner Leistungsstufe beteiligen kann. Teilnehmen können alle nichtprofessionellen Ensembles mit mindestens 13 Mitglieder, bzw. mit drei bis zwölf Mitgliedern in den Kategorien Vokalensembles und Vocal Bands. Nichtprofessionelle Ensembles sind solche, deren Mitglieder ihren überwiegenden Lebensunterhalt nicht durch Singen oder Gesangsunterricht verdienen.

Kategorien

Die Ensembles können sich in einer oder zwei Kategorien anmelden:

  • Alte Musik/ Klassik
  • Romantik geistlich (Kompositionsart)
  • Romantik weltlich (Kompositionsart)
  • Zeitgenössische Chormusik in moderner Tonsprache
  • Jazz/Pop/Gospel
  • Folklore/World Music
  • Show/Musical

In folgenden Kategorien wird nicht nach Genre, sondern nach Ensemblegattung unterschieden:

  • Kinderchöre (Altersbegrenzung: Durchschnittsalter bis 14 Jahre, Höchstalter 16 Jahre)
  • Jugendchöre (Altersbegrenzung: Höchstalter 22 Jahre)
  • Vokalensembles (3 bis 12 Mitglieder, ohne Dirigenten; Es sind Stücke aus mindestens zwei Stilrichtungen vorzutragen.)
  • Vocal Bands (3 bis 12 Mitglieder, ohne Dirigenten)

Um die Vergleichbarkeit der Ensembles zu gewährleisten und dem unterschiedlichen Leistungsniveau gerecht zu werden, nimmt der Veranstalter, basierend auf den eingereichten Tondokumenten, eine Einstufung in die zwei Leistungsstufen vor.

Programm

Alle Werke müssen a cappella vorgetragen werden. Ausnahmen bestehen in den Kategorien…

  • … Kinderchöre: Ein Begleitinstrument ist zulässig (ein Klavier stellt der Veranstalter), mindestens ein Werk muss a cappella vorgetragen werden. Playback ist nicht erlaubt.
  • … Jazz/Pop/Gospel und Show/Musical: Instrumentalbegleitung mit Trio aus Klavier/Gitarre, Bass und Schlagzeug/Perkussion ist zulässig. Ein kleines Drumset, Klavier und eine PA-Anlage werden vom Veranstalter gestellt, auf Wunsch können die Ensembles verstärkt werden.
  • … Jazz/Pop/Gospel, Show/Musical und Vocal Bands: Mikrofone für Vocal Percussion und Solisten sind zulässig und können von den Ensembles mitgebracht werden. Eine PA-Anlage stellt der Veranstalter.

In Zweifelsfällen bezüglich der Programmgestaltung berät vorab die künstlerische Leitung des Wettbewerbs. Der Wettbewerbsvortrag ist mindestens 12, maximal 15 Minuten lang. Bei Überschreiten dieser Zeit kann der Juryvorsitzende den Vortrag abbrechen. Alle Ensembles können zusätzlich im Anschluss an das Wettbewerbsprogramm eine Uraufführung eines Volksliedsatzes in beliebigem Stil singen. Das vollständige Wettbewerbsprogramm muss bis spätestens 31. Dezember 2015 eingereicht werden.

Bewertung

Bewertet wird jeweils das gesamte Programm mit maximal 25 Punkten. Solistische Leistungen gehen nicht in die Bewertung ein. Auswendiges Vortragen der Werke ist erwünscht, hat aber keine direkte Auswirkung auf die Bewertung. Die Uraufführung eines Volksliedsatzes wird gesondert bewertet.

Die Leistungsbewertung erfolgt nach folgenden Gesichtspunkten:

a) technische Ausführung, wie zum Beispiel: Intonation, Rhythmik, Phrasierung, Artikulation
b) künstlerische Ausführung wie zum Beispiel: Zeitmaß, Agogik, Dynamik, musikalische Interpretation des Textes, Werk- bzw. Stiltreue, Chorklang, Suggestivität
c) Dramaturgie, Präsentation, Choreografie, Bühnenpräsenz

Die hier aufgeführten Kriterien werden der Bewertung unter Berücksichtigung ihrer unterschiedlichen Bedeutung für die verschiedenen Kategorien zugrunde gelegt.

Die Jury bewertet die Leistung der Chöre mit Prädikaten und Punkten wie folgt:

  • mit hervorragendem Erfolg teilgenommen (25,0 bis 23,0 Punkte)
  • mit sehr gutem Erfolg teilgenommen (22,9 bis 21,0 Punkte)
  • mit gutem Erfolg teilgenommen (20,9 bis 16,0 Punkte)
  • mit Erfolg teilgenommen (15,9 bis 11,0 Punkte)
  • teilgenommen (10,9 bis 1,0 Punkte)

Jedes Ensemble erhält eine Urkunde, in der das Prädikat und ggf. der zuerkannte Preis in der jeweiligen Kategorie bestätigt werden, sowie eine schriftliche Beurteilung des jeweiligen Jurypaten, der zusätzlich für ein persönliches Auswertungsgespräch mit der Ensembleleitung vor Ort zur Verfügung steht.

Preise

In jeder Kategorie können Geld- oder Sach-Preise (Notengutscheine, Konzertauftritte, CD-Produktionen und Radio-Mitschnitte) im Wert von bis zu 500 Euro verliehen werden. Die Anzahl der Preise ist von der Anzahl der gemeldeten Ensembles der jeweiligen Kategorie abhängig. (Pro Kategorie können Preise an höchstens ein Drittel der Teilnehmer vergeben werden, jedoch nicht mehr als drei Preise in jeder Kategorie.)

Erste Preise werden nur bei bestem Prädikat („mit hervorragendem Erfolg teilgenommen“) vergeben, zweite und dritte Preise auch beim Prädikat „mit sehr gutem Erfolg teilgenommen“. Preise werden bei gleicher Punktzahl geteilt.

Darüber hinaus können Sonderpreise für die beste Uraufführung eines Volksliedsatzes, das beste baden-württembergische Ensemble und das beste Ensemble aller Kategorien vergeben werden.

Jury

Die Jury jeder Kategorie besteht aus drei JurorInnen. Sie entscheiden über die Preisvergabe innerhalb der Kategorie und nominieren darüber hinaus Ensembles für die Sonderpreise. Über die Vergabe der Sonderpreise entscheidet die Gesamtjury. Die Juryberatungen sind nicht öffentlich. Die JurorInnen sind hinsichtlich der Einzelheiten der Juryberatungen zur Verschwiegenheit verpflichtet. Die Entscheidungen der Jurys sind unanfechtbar. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Vorsitzender der Jury ist Prof. Reiner Schuhenn, Kirchenmusiker, Dirigent und Professor für Chor- und Orchesterleitung an der Hochschule für Musik und Tanz Köln, als deren Rektor er von 2009 bis 2013 wirkte. Er leitet den von ihm wiedergegründeten Madrigalchor der Hochschule, den Figuralchor Bonn und das Aachener Studentenorchester. Zu seiner künstlerischen Arbeit zählen außerdem Jurytätigkeiten bei diversen Wettbewerben, Gastdirigate sowie zahlreiche Rundfunk- und Fernsehaufnahmen. Schuhenn ist Vizepräsident des Allgemeinen Cäcilien-Verbandes, Mitglied des Präsidiums des Deutschen Musikrats und Autor und Herausgeber zahlreicher Publikationen.

Ablauf

Der Wettbewerb findet am 26., 27. und 28. Mai 2016 jeweils ganztägig statt, die detaillierten Auftrittszeiten und -orte werden den teilnehmenden Ensembles Anfang 2016 mitgeteilt. Die Preisverleihung erfolgt am 29. Mai 2016.

Anmeldung

Eine Anmeldung zum Wettbewerb ist bis zum 31. Dezember 2015 möglich. Eine Beteiligung am Wettbewerb setzt die Teilnahme am Deutschen Chorfest Stuttgart 2016 voraus. Die Anmeldegebühr für den Wettbewerb beträgt einmalig 100 Euro je Erwachsenenchor und 50 Euro je Kinder- und Jugendchor und ist zusätzlich zu den Teilnehmerbeiträgen zu entrichten.

Zur Anmeldung gehören folgende Unterlagen (vorzugsweise per E-Mail an projektbuero@deutscher-chorverband.de): Kurze Vita mit Bild von Ensemble und künstlerischer Leitung, die Zuordnung in eine oder zwei der Kategorien, ein möglichst aktuelles Tondokument (vorzugsweise als MP3-Datei). Eine Selbsteinschätzung bezüglich der beiden Leistungsstufen I (höhere) und II (niedrigere) ist erwünscht, aber nicht Bedingung. Alle Anmeldeunterlagen inkl. Wettbewerbsprogramm mit jeweils drei Notenexemplaren für die Jury müssen bis zum 31. Dezember 2015 eingereicht werden. Urheberrechtlich geschützte Noten dürfen ausschließlich in Originalform bzw. Vervielfältigungen nur mit Druck- oder Kopierlizenz verwendet werden. Die Ensembles erhalten die Partituren nach dem Wettbewerb zurück.

Änderung der Ausschreibung

Der Deutsche Chorverband behält sich das Recht vor, aus unvorhergesehenen technischen, organisatorischen oder künstlerischen Gründen oder aus Gründen einer höheren Gewalt die vorliegende Ausschreibung zu ändern oder zu ergänzen. Bei einer hohen Anzahl an Anmeldungen wird der Anmeldeschluss gegebenenfalls vorgezogen.